Roadtrip durch Namibia im Dachzelt

März 2023

Namibia ist ein Land voller Abenteuer und atemberaubender Landschaften. Für mich war es das eindruckvollste Land unserer bisherigen Weltreise. Ich nehme euch mit auf unsere Tour durch Namibia.

Die beste Reisezeit für Namibia

Namibia ist kein Land, das du spontan bereisen solltest. Die Hauptsaison ist von Juni – Oktober. In dieser Zeit sind die Campingplätze und Mietwägen oft ausgebucht und es lohnt sich, früh zu buchen. In dieser Zeit ist in Namibia Trockenzeit und gleichzeitig Winter – dadurch kann die Temperatur nachts auf 0 Grad sinken. Wir haben uns daher für einen Roadtrip im Februar entschieden. Zu dieser Zeit herrscht Regenzeit, das Klima ist aber sehr angenehm. Am Tag waren es je nach Region zwischen 20 und 35 Grad, nachts kühlte es auf höchstens 14 Grad ab. Wir hatten nur einen einzigen Abend Regen und würden diese Jahreszeit nächstes Mal wieder wählen. Natürlich kannst du in dieser Zeit auch Pech haben und das Wetter ist unbeständig. Der Vorteil der Nebensaison ist auch, dass die Campingplätze sehr leer sind und auch der Ethosha Nationalpark nicht überfüllt ist.

Unsere Route durch Namibia

Tag 1: Ankommen in Windhoek

Wir starteten unsere Reise in Windhoek, der Hauptstadt von Namibia. Wir übernachteten im Town Lodge Hotel direkt neben einem großen Einkaufszentrum. Wir aßen Abends im Hotel und machten uns bereit für unser bevorstehendes Abenteuer.

Das Townlodge Hotel hat ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis, liegt direkt neben einer Mall und hat einen kleinen Pool.

Kosten Hotel: 45€/Nacht ohne Frühstück

Empfehlenswert: 7/10

Tag 2: Abholung des Mietwagens und Fahrt nach Soussousvlei

Am nächsten Morgen holte uns ein Fahrer des Mietwagen-Unternehmens ab. Wir mieteten unseren Mietwagen über Asco Car Hire und können dir den Anbieter sehr empfehlen. Sie bieten auch einen kostenlosen Flughafen Shuttle an. Wir bekamen eine 1-stündige Einführung zum Auto, Reifenwechsel, 4×4 und den Verkehrsregeln in Namibia. In Namibia herrscht Linksverkehr – für uns erst mal sehr ungewohnt, aber da wir bereits in Südafrika ein Auto gemietet hatten und dort ebenfalls Linksverkehr herrscht, konnten wir uns schnell daran gewöhnen.

Für uns war Namibia eine reine Urlaubsreise, sodass wir unsere Laptops bei einem Bekannten abgaben. Es gibt kaum Wlan auf den Campsites, generell ist selten Empfang und durch die staubigen Schotterpisten und Wüsten möchte man in Namibia seinen Laptop auch nicht verwenden müssen.

Wir kauften an diesem Tag noch groß bei SPAR ein und deckten uns mit Wasserkanistern, Essen und allem Notwendigen für die ersten Tage ein. Am frühen Nachmittag starteten wir dann von Windhoek aus nach Soussousvlei.

306 km lagen vor uns. Für diese Strecke mussten wir mit ca. 5 Stunden Fahrtzeit rechnen. Google Maps verspricht zwar weniger, durch die Schotterpisten kannst du aber immer mit mindestens 30% mehr Fahrtzeit als angegeben kalkulieren. Ich empfehle dir, nie mehr als 350km pro Tag einzuplanen, da du nur maximal 60km/h fahren kannst und durch Fotostopps und Pausen den ganzen Tag einplanen musst.

Kurz vor Sonnenuntergang kamen wir an unserer ersten Campsite an und waren bereits überwältigt von der wunderschönen Natur auf der Fahrt. Stundenlang durchs Nichts fahren, eine Stunde hatten wir kein anderes Auto gesehen. Wir hielten mehrmals an und machten Fotos. Die Landschaft veränderte sich mit jedem Kilometer und so kamen wir beseelt in Soussousvlei an. Die Campsite Sossus Oasis Camp Site hatten wir (wie alle Campsites) vorher online gebucht. Die Stellplätze sind großzügig verteilt, in der Mitte ist ein kleiner Pool. Es gibt eine Tankstelle und einen sehr gut sortierten (und sehr günstigen!) kleinen Supermarkt. Die erste Nacht im Dachzelt stand uns bevor und wir haben ewig zum Aufbauen des Zeltes gebraucht. Uns fehlte einfach die Routine. Wir erlebten an diesem Abend auch den ersten von vielen wunderschönen Sonnenuntergängen – in der Wüste sind diese besonders eindrucksvoll und farbintensiv. Ich hatte Tränen in den Augen.

Kosten Sossus Oasis Campsite: 29€/Nacht

Empfehlenswert: 10/10

Tag 3: Namib Naukluft Nationalpark & Dune 45

Wir hatten auf der Campsite Sossus Oasis Camp Site zwei Nächte gebucht und würden dir das auch empfehlen, um den Namib Naukluft Nationalpark in Ruhe besuchen zu können. So hatten wir einen vollen Tag im Nationalpark, und um uns langsam an das Roadtrip Leben zu gewöhnen. Wir starteten am Vormittag zu den Toren des Nationalparks. Die Campsite liegt nur 2 Minuten Fahrtzeit vom Eingang entfernt. Wir fuhren über eine Stunde Richtung Deadvlei und da hieß es zum ersten Mal: Reifendruck ablassen! Auf sandigem Untergrund benötigst du weniger Reifendruck als auf Schotterpisten oder einer geteerten Straße. Wir gewöhnten uns daran, mehrmals am Tag Druck abzulassen oder aufzupumpen.

Das Deadvlei ist ein trockenes Flussbett, das von den höchsten Dünen der Namib-Wüste umgeben ist. Hier gibt es versteinerte Bäume, die über 900 Jahre alt sind und von den Elementen gebleicht wurden. Es ist ein magischer Ort, an dem du dich sehr klein fühlst und die Naturgewalten spüren kannst. Vom Parkplatz läufst du ca. eine halbe Stunde, bis du das Deadvlei erreichst. Wir hatten Glück und waren komplett alleine da – in Mitten der versteinerten Bäume, in absoluter Ruhe. Nimm dir auf jeden Fall ausreichend Sonnenschutz und Wasser mit, da die Sonne extrem stark ist und es keinen Schatten gibt.

Kosten Campingplatz Sossus Oasis Campsite: 29€/Nacht

Empfehlenswert: 10/10

Tag 4: Von Soussousvlei nach Swakopmund

Auf nach Swakopmund! Die Stadt wurde von deutschen Siedlern gegründet und hat noch viele deutsche Einflüsse. Viele Deutsche überwintern hier und die meisten Stores haben deutsche Namen. Ich war total gespannt auf das Flair am Meer und unseren Campingplatz, war aber ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Wir hatten Pech mit dem Wetter, es war grau und viel kälter als im Landesinneren. Unser Campingplatz war zwar direkt am Meer, es gab aber keinen Zugang zum Strand und die Stellplätze waren sehr eng. Als ich dann noch in den Bewertungen davon las, dass hier in der Vergangenheit mehrfach eingebrochen wurde, fühlte ich mich nicht mehr wohl. Zum Glück blieben wir nur eine Nacht.

Kosten Campingplatz Tiger Campsite Swakopmund: 25€/Nacht

Empfehlenswert: 1/10

Wir machten noch einen Abstecher zum Cape Cross Seal Reserve. Das Reserve ist eine der bekanntesten Seerobbenkolonien in Namibia und beheimatet eine große Anzahl von Kap-Pelzrobben. Das Reservat wurde 1968 gegründet, um die Seerobbenpopulationen in Namibia zu schützen und zu erhalten. Heute leben hier etwa 100.000 Kap-Pelzrobben, was es zu einer der größten Kolonien in Südafrika macht. Und vorsichtig – die Tiere stinken gewaltig! Es ist super beeindruckend, so viele Seerobben in der freien Natur beobachten zu können. Der Eintritt zum Seerobben-Gebiet ist allerdings etwas teuer: rund 18 Euro haben wir bezahlt.

Tag 5: Von Swakopmund nach Spitzkoppe

Die Spitzkoppe ist nicht nur ein markanter Berg, sondern auch ein symbolträchtiges, heiliges Wahrzeichen in Namibia. Der Berg wurde von den Ureinwohnern als Ort der spirituellen Bedeutung verehrt, was auch heute noch der Fall ist. Heute betreiben die Ureinwohner den Campingplatz.

Der Campingplatz war für uns auf der Reise ein absolutes Highlight. Wir verbrachten hier zwei wundervolle Nächte. Das Besondere: der Campingplatz erstreckt sich über das gesamte Nationalparkgebiet und ist so weitläufig, dass du von deinem Stellplatz keine anderen Menschen sehen wirst. Bei Ankunft kannst du dir deinen Stellplatz selbst aussuchen. Die Stellplätze haben keine Stromversorgung und lediglich ein “Plumpsklo”. Freilicht Duschen findest du im Bereich der Rezeption – je nach dem, auf welchem Stellplatz du stehst, fährst du zur Rezeption 5-15 Minuten. Hier findest du auch einen Shop mit Feuerholz, Kräuterbaguette, Fleisch etc.

Wir haben viele Reisende getroffen, die nicht an der Spitzkoppe übernachtet haben – ich empfehle dir aus tiefstem Herzen, hier einen Stopp einzulegen. Ich denke noch heute an die magische Energie zurück und werde den Ort für immer in meinem Herzen tragen.

Kosten Campingplatz Spitzkoppe Campsite: 24€/Nacht

Empfehlenswert: 10/10

Tag 6: Von der Spitzkoppe zum Damaraland

Wir fahren vorbei an wunderschönen Felsformationen, kleinen Dörfern der Urvölker und sind fasziniert von der endlosen Weite Namibias. Am Nachmittag kommen wir an der Mowani Campsite an. Es ist wieder extrem heiß, die Campsite hat aber leider keinen Pool, sodass wir froh sind, als die Sonne langsam untergeht und wir noch einen kleinen Spaziergang durch die Savanne machen können. Die Campsite liegt wieder malerisch zwischen den großen orangenen Felsen und wir sitzen abends lange am Lagerfeuer. Die Vorfreude auf den Ethosha steigt!

Die Campsite hat keinen Stromanschluss und keinen Shop, das solltest du bei deiner Planung unbedingt bedenken.

Kosten Campingplatz Mowani: 49€/Nacht

Empfehlenswert: 8/10

Tag 7: Hoada Camp im Damaraland

Wir nähern uns dem Etosha Nationalpark! Der Campingplatz wurde uns mehrfach empfohlen und für uns lohnte er sich allein schon deswegen, weil wir auf der Strecke die ersten freilebenden Giraffen entdeckt haben. Glücklich und beseelt kamen wir im Hoada Camp an und ich freute mich sehr über eine Abkühlung im Pool. Am Tag ist es im März meist um die 35 Grad und in der Wüste steht die Luft.

Wir waren hier fast die einzigen Gäste und genossen einen Sun Downer mit Blick auf das Damaraland.

Die Campsite ist sehr zu empfehlen, ich empfand aber im Vergleich zu den anderen Campsites das Preisniveau etwas zu hoch. Auch die angebotenen Safaris waren mit Abstand die teuersten auf der Reise. Es gibt keinen Stromanschluss und auch keinen Shop oder Restaurant, sodass du unbedingt vorher einkaufen solltest.

Kosten Campingplatz Hoada Camp: 44€/Nacht

Empfehlenswert: 9/10

Tag 8: Etosha Trading Post Campsite

Weiter ging es Richtung Ethosha Nationalpark. Wir hatten eigentlich einen Platz auf der staatlichen Olifantsrus Campsite gebucht. Die Online Bewertungen haben mich aber einen Tag vorher so extrem abgeschreckt, dass ich mich für eine Alternative entschieden habe. Die Olifantsrus Anlage ist eine ehemalige Elefanten-Schlachtung und bei dem Gedanken wollte ich auf keinen Fall eine Nacht dort verbringen.

Die Ethosha Trading Post Campsite war für uns eine angenehme Überraschung: ein großer Pool, ein großer Shop, Tankstelle und viel Platz zwischen den einzelnen Stellplätzen. Lediglich das Wasserloch war enttäuschend. Hier gibt es keine Sitzplätze und ein Wasserloch sieht man auch nicht – demensprechend auch keinerlei Tiere. Das Camp liegt nur 10 Minuten vom Gate des Ethoshas entfernt und bietet auch einen Stromanschluss. WLAN gibt es im Shopbereich und auch eine Tankstelle ist vorhanden. Du kannst aber auch sehr gut im Etosha Nationalpark tanken. Im März gab es keine Engpässe mit Kraftstoff.

Kosten Campingplatz Ethosha Tradinging Post: 27€/Nacht

Empfehlenswert: 8/10

Tag 9: Etosha – Okaukuejo Campsite

Wir fuhren mit Sonnenaufgang um halb 7 direkt Richtung Gate des Nationalparks. In den frühen Morgenstunden sowie in der Dämmerung ist die Chance darauf, viele Tiere zu entdecken, besonders groß.

Wir standen ca. 10 Minuten vor dem Gate, die Papiere wurden gecheckt und dann ging das Abenteuer Safari los: direkt hinter dem Eingang sahen wir die erste Zebra Herde und einige Giraffen. Da wir im Park übernachten, können wir bis Sonnenuntergang im Park herum fahren. Die Campingplatz-Gates schließen mit Sonnenuntergang. Falls du außerhalb übernachtest, musst du den Park bei Sonnenuntergang verlassen. Die genauen Zeiten stehen an den Gates und auch an den Toren der Campsites. Das Ticket für den Eintritt des Nationalparks erhältst du auf dem Gelände der Okaukuejo Campsite. Dort bezahlst du auch und wir haben direkt für die Campsite eingecheckt und konnten uns dann abends einen Stellplatz aussuchen. Wir fuhren direkt los auf Safari und machten Mittags eine Pause am Pool der Campsite.

Im Ethosha Nationalpark gibt es ausschließlich staatliche Campsites. Die Bewertungen auf den Buchungsplattformen lassen nichts gutes hoffen, wir waren aber von allen drei von uns besuchten Campsites sehr positiv überrascht. Alle Anlagen waren sauber, gut gepflegt und die Sanitärenanlagen völlig ausreichend.

Die Okaukuejo Campsites hat uns besonders gut gefallen. Die Campsite hat eines der besten Wasserlöcher des gesamten Parks und vielen Sitzmöglichkeiten. Hier haben wir direkt am ersten Tag einen Elefanten, Giraffen, Zebras und Gnus gesehen.

Am späten Abend kamen mehrere Nashörner, Hyänen und Schakale.

Die Stellplätze sind sehr dicht aneinander, aber zu unserer Reisezeit im März war es total leer und wir hatten eine ruhige Nacht. Die Campsite hat einen Shop, mehrere Pools, ein Restaurant und jeder Stellplatz hat einen eigenen Stromanschluss.

Kosten Campingplatz Okaukuejo Campsite: 44€/Nacht

Empfehlenswert: 10/10

Tag 10: Etosha – Halali Campsite

 Am frühen Morgen setzten wir uns mit unserem Kaffee direkt wieder ans Wasserloch und fuhren danach los auf Safari. Ziel des Tages: die Halali Campsite.

Wir sahen an diesem Tag direkt am Morgen die ersten Löwen! Weit weg, sodass sie nur durch die Kamera gut erkennbar waren. Wir konnten unser Glück kaum fassen. Am Tag sahen wir wieder viele Giraffen, Zebras, Schildkröten, Gnus und ein paar einsame Elefanten.

Mittags machen wir Stopp an der Halali Campsite und holten uns ein Eis. Es ist ziemlich anstrengend, den ganzen Tag mit dem Auto über Schotterpisten zu fahren und die Augen nach Tieren aufzuhalten.

Nachdem wir nach unserer Eispause noch eine Runde auf Safari waren, kamen wir auf der Halali Campsite an und verbrachten den späten Nachmittag am Pool. Die Halali Campsite war sehr leer, sodass wir die Sanitärenanlagen komplett für uns hatten. Auch hier gibt es wieder ein Wasserloch, an dem wir Abends noch viele Nasshörner sehen durften – einfach wahnsinnig schön!

Ich duschte danach und wollte nichtsahnend zurück zu unserem Auto – direkt vor der Tür kam mir eine Schlange entgegen! Ich schrie auf und versuchte mich dann zu beruhigen und Abstand zu bekommen. Sie bewegte sich auf mich zu, hatte aber Angst. Genau in dem Moment kam ein Mann aus Richtung des Wasserlochs. Ich warnte ihn vor der Schlange und er kam interessiert auf mich zu. Er erzählte mir, dass er Schlangenforscher ist und in Südafrika lebt. Er war sehr fasziniert von der Schlange, die sich mittlerweile zusammengekauert an einem Wasserrohr versteckte. Ich atmetete auf. Wir hatten keine Möglichkeit, die Schlange zurück in die Natur zu bringen, sodass ich am nächsten Morgen ziemliche Angst vor dem Gang zu den Sanitäten Anlagen hatte. Wer weiß, wo sich die Schange aufhielt?

Zum Glück war sie nicht mehr zu sehen. Für mich war dieser Moment sehr eindrucksvoll und angsteinflößend, da es sich dabei um eine Spei-Kobra handelte, die bei Gefahr Gift gezielt in die Augen der Menschen spuckt und dies zur Erblindung führen kann. Das wusste ich aber zu dem Zeitpunkt nicht.

Zum Glück ist nichts passiert und ich hatte kompetente Hilfe.

Der Campingplatz war wieder sauber, aber etwas in die Jahre gekommen und hat uns am wenigsten von den drei staatlichen Campsites gefallen. Auch das Wasserloch ist nicht so spektakulär wie an der Okaukuejo Campsite.

Kosten Campingplatz Halali Campsite: 44€/Nacht

Empfehlenswert: 7/10

Tag 11: Etosha – Namutoni Campsite

Wir erhofften uns am Wasserloch der Halali Campsite noch ein paar Tiere zu sehen – daher liefen wir am frühen Morgen direkt nach Sonnenaufgang noch mal dorthin. Leider ohne Erfolg. Daher fuhren wir sehr früh weiter Richtung Namutoni Campsite.

An diesem Tag sahen wir besonders viele Elefanten aus nächster Nähe.

Wir machten am Nachmittag auf unserer nächsten Campsite halt, kochten uns etwas auf unserem Campingkocher und fuhren dann noch eine Runde auf Safari.

Am Abend suchten wir uns einen Platz auf der Campsite aus, die mit Abstand die kleinste der staatlichen Camps und auch gut besucht war. Wir entschieden uns, noch mal kurz vor Dämmerung los zu fahren, und das war die beste Entscheidung: wir sahen Löwen aus nächster Nähe. Die Namutoni Campsite liegt sehr günstig direkt am “Dik-Dik Drive”, auf dem auch Leoparden und Löwen oft gesichtet werden. Auf dem Weg dorthin machten es sich die Löwen direkt am Wegesrand gemütlich. Für uns das schönste Erlebnis im Etosha Nationalpark. Wir beobachteten sie bestimmt eine halbe Stunde.

Glücklich bauten wir im Dunkeln unser Dachzelt auf und schliefen schnell ein.

Kosten Campingplatz Namutoni Campsite: 44€/Nacht

Empfehlenswert: 10/10

Tipp: kaufe dir in einem der Shops eine Etosha Map (siehe Foto). Darin ist eine praktische Übersicht über alle Wasserlöcher im Park, Raststätten und eine Übersicht über die Tiere im Park. Wir hatten großen Spaß daran, die Tiere zu bennen und abzuharken, wenn wir sie in live entdeckt haben. So haben wir eine schöne Erinnerung für Zuhause.

Tag 12: Waterberg Andersson Campsite

Mit Sonnenaufgang standen wir auf, machten uns bereit für die Abreise und fuhren noch einmal los, bevor wir den Park verlassen mussten.

Und wir hatten kurz vorm Verlassen des Parks erneut Glück: die Löwenfamilie war an einer anderen Stelle, nicht weit von unserem Camp entfernt, auf Streifzug. Wir beobachteten sie eine Weile, bevor wir Richtung Gate fuhren.

Beim Verlassen des Parks wird das Auto kontrolliert, da hier leider immer noch illegal gewildert wird. Auch unser Kühlschrank wurde kontrolliert. Nach ein paar Minuten war die Kontrolle beendet und wir verließen den Park Richtung Waterberg Plateau.

Auf dem Weg veränderte sich die Landschaft immer wieder – wir fuhren viel durch Sand, durch ländliche Gebiete, durch Kuhherden und mussten einige Gates passieren.

Wir waren mit dem Herzen noch im Ethosha Park. Diese wunderschönen Tiere aus nächster Nähe zu sehen, in ihrer natürlichen Umgebung – mir fehlen die Worte, diese Erfahrung zu beschreiben. Das führte allerdings dazu, dass wir etwas verwirrt und enttäuscht an der Andersson Campsite ankamen. Wir haben es liebevoll “Post-Etosha-Syndrom” getauft. Wir hatten zwar eine ganz süße Campsite direkt am Plateau, aber fühlten uns nicht wohl. Alles war plötzlich eng, “langweilig”, wir waren die Weite des Etohas gewöhnt und jeden Tag auf Safari zu sein. In der normalen Realität anzukommen fiel uns schwer. Das Bad war schmutzig, uns begrüßte ein Gecko IN der Toilette und der Pool war dreckig. Wir machten einen Spaziergang zu den Lodges der Anlage, tranken dort etwas und versuchten damit klar zu kommen, was wir fühlten.

Wir sind im Nachhinein sehr froh, nicht direkt nach Ankunft in Windhoek Richtung Ethosha gefahren zu sein, da für uns der Ethosha definitiv das Highlight der Reise war, und wir danach sehr sehr “lost” waren. Viele Reisende fahren die Route andersherum und erst nach Etosha Richtung Küste.

Wir hatten zwei Nächte am Waterberg Plateau gebucht, reisten aber am ersten Morgen direkt ab und ließen die zweite Nacht verfallen. Ich hatte keine Lust und auch keine Energie, die Beweggründe zu schildern und das Geld aufgrund der schlechten hygienischen Umstände zurück zu fordern.

Die Campsite lohnt sich vielleicht mehr, wenn man eine Wanderung auf das Plateau bucht oder eine Nashorn-Tour bucht (beides sehr hochpreisig). Da wir aber nicht wandern wollten und bereits wilde Nashörner im Etosha beobachten konnten, kamen die Optionen nicht in Frage. Es gibt keinen Strom und kein WLAN auf den Campsites – dafür aber schreiende Affen, die wohl sehr aggressiv sind und das Camp in der Vergangenheit einige Probleme damit hatte. Wir haben die Pawiane zum Glück nur gehört und nicht gesehen.

Kosten Campingplatz Andersson Campsite: 52€/Nacht

Empfehlenswert: 2/10

Tag 13: Spontane Fahrt nach Windhoek & versuchte Abzocke im Hotel

Wir fuhren nach einer Nacht am Waterberg nach Windhoek. Wir hatten hier eigentlich nur eine Nacht vor Abreise geplant, wollten der Stadt aber gern eine Chance geben und fanden keine Campsite, die in der Nähe des Waterberg Plateaus lag.

Wir checkten am Nachmittag im Avani Hotel Windhoek ein und hatten direkt eine unschöne Erfahrung: ich hatte online gebucht – aufgrund eines Buchungsfehlers habe ich zwei Zimmer statt eines gebucht und wollte dies gern vor Ort klären. Anstatt das zweite Zimmer zu stornieren, sagte man mir an der Rezeption, dass dies nicht möglich sei, sie aber ihr bestes geben würden, um das Problem zu lösen.

Die Rezeptionistin verschwand für einen Moment im Hinterraum und ich bekam eine App-Benachrichtigung, dass versucht wurde, die Summe für beide Zimmer über mein Konto einzuziehen. Die Dame hatte also ohne Ankündigung im Hinterzimmer versucht, mir die Gesamtsumme abzubuchen! Meine Bank hat dies zum Glück nicht zugelassen und aus irgendeinem Grund die Zahlung abgelehnt.

Ich bin wütend und entsetzt über das Verhalten des Hotels, und kann daher nicht empfehlen, hier zu übernachten. Wir haben uns sehr unwohl gefühlt.

Windhoek selbst ist ehrlicherweise keine besonders schöne Stadt – Nordkorea hat hier einige große Anlagen gebaut und vieles steht leer – wir trafen uns am Abend mit einer Freundin zum Essen und waren froh, am nächsten Morgen auszuchecken. Ein Highlight sollte noch folgen!

Kosten Avani Hotel: 61€/Nacht

Empfehlenswert: 1/10

Tag 14: Okonjima Lodge

Wir fuhren noch einmal 2h zurück Richtung Etosha. Auf halbem Weg liegt die Okonjima Lodge. Ich habe mich die ganze Reise darauf gefreut und wurde nicht enttäuscht.

Die Okonjima Lodge wurde in den frühen 1990er Jahren als ein Naturschutzprojekt gegründet. Die Lodge befindet sich auf dem 55.000 Hektar großen Okonjima-Naturreservat in Zentralnamibia und beherbergt die AfriCat Foundation, eine gemeinnützige Organisation, die sich der Erhaltung großer Raubtiere in Namibia widmet. Die Okonjima Lodge hat sich auf Leoparden-Tracking spezialisiert, bei dem man gemeinsam mit erfahrenen Guides auf die Suche nach diesen majestätischen Raubkatzen geht.

Nachdem wir einen Willkommens-Drink genießen durften, fuhren wir zu unserer zugewiesenen Campsite. Diese liegt eingebettet im Naturreservat und weit genug von den anderen Campites entfernt. Der Stellplatz war der größte auf unserer gesamten Reise. Nur wenige Minuten entfernt gab es auch einen gepflegten Pool. Feuerholz ist im Preis inklusive und auch die Sanitären Anlagen waren die schönsten und saubersten auf unserer Reise.

Wir buchten das Leoparden Tracking für den Abend. Wir haben im Etosha alle Safaris auf eigene Faust gemacht und so war es ein wunderschöner Abschluss, eine geführte Safari am Ende der Reise zu machen. Im Park sind Safaris auf eigene Faust verboten. Die Tour dauerte knapp 4 Stunden und kostete 110 Euro für 2 Personen. Wir fuhren gemeinsam mit ein paar anderen Besuchern in einem Safari-Jeep durch das Reserve, beobachteten wieder Zebras, Dik-Diks und Gnus – auf der Suche nach Leoparden. Die Leoparden werden mit GPS getrackt. Mit einem Gerät werden die Signale der Leoparden getrackt. Auch die Ranger wissen nie, wo genau sich die Tiere aufhalten. Lediglich lauter werdende Töne verraten, dass wir uns dem Leoparden langsam nähern. So wird die Population geschützt und die Tiere werden ohne Stress beobachtet.

Nach 2h war es soweit: ein Leopard machte es sich auf einem Termiten-Hütel bequem. Ich habe noch nie ein so wunderschönes Tier gesehen. Wir machten Fotos, und schon verschwand der Leopard wieder im hohen Gras direkt vor unserem Wagen. Es ist etwas ganz besonders, die Tiere aus dem offenen Jeep zu beobachten. Im Auto fühlt sich alles noch etwas geschützter und sicherer an. Im Jeep sind wir direkt in der Natur – auch die Ranger haben keine Waffen.

Wir sahen noch einen weiteren Leoparden und auch noch ein Nashorn direkt neben unserem Wagen. Zum Sonnenuntergang gab es mitten im Reservat Gin Tonic und Chips und wir plauderten mit den Rangern über ihr Leben und die Arbeit im Park. Für uns war diese Safari eins der Highlights der Reise und jeden Cent wert.

Als wir am späten Abend nach Sonnenuntergang zurück an unserer Campsite eintrafen, überraschte uns eine Herde Zebras in unserem “Vorgarten”. Und auch Nachts hörten wir es schnauben. Es gibt keine Zäune – wir schliefen direkt im Park neben Zebras und Nashörnern! Unbeschreiblich.

Kosten Okonjima Campsite: 91€/Nacht plus 110€ für die geführte Safari

Empfehlenswert: 10/10

Tag 15: Windhoek

Am frühen Morgen fuhren wir zurück Richtung Windhoek. Wir checkten im Townlodge Hotel ein (dort waren wir auch in der Ankunftsnacht) und wurden vom Shuttle des Mietwagen Anbieters abgeholt. Schweren Herzens gaben wir unseren 4×4 wieder ab – ganz unkompliziert. Achte darauf, dass du deinen Wagen komplett volltankst. Wir tankten direkt neben der Mietwagen-Station voll und beim Anbieter wurde noch mal nachgetankt. Wenn noch zu viel Benzin in den Tank passt, musst du nachzahlen.

Am Abend aßen wir im Einkaufscenter direkt neben dem Hotel und ließen die Reise voller Dankbarkeit ausklingen.

Der Flieger zurück nach Deutschland ging am darauf folgenden Tag.

Kosten Townlodge Hotel: 45€/Nacht ohne Frühstück

Empfehlenswert: 7/10

Fazit

Die Reise durch Namibia war eine unvergessliche Erfahrung. Namibia war für mich die bisher eindruckvollste Reise meines Lebens und ich kann dir nur ans Herz legen: bereise dieses wunderschöne Land! Das Schlafen unter dem Sternenhimmel in der Wüste, die Elefanten und Löwen direkt neben unserem Auto und die Leoparden auf der Safari – ich habe so viele Highlights, an die ich voller Liebe zurückdenke.

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2 Kommentare

  1. Vielen lieben Dank für euren Bericht.
    Wir waren zwar schon 2x in Namibia, aber ich lese gerne andere Reiseberichte.

    Wir fliegen im November wieder für 5 Wochen nach Namibia und haben Waterberg Andersson Camp 2 Nächte gebucht. Ich werde nun die Route ein wenig ändern oder suche eine andere Unterkunft in der Nähe von Waterberg.

    Lieben Gruß von Kiki

    Antworten
    • Hallo liebe Kiki, danke für deine Worte 🙂 Ich freue mich sehr für euch, dass ihr schon zum dritten Mal nach Namibia kommt. Ihr findet bestimmt eine schöne Alternative zum Andersson Camp. Vielleicht verbessern sich die Umstände dort ja auch, wäre sehr zu hoffen, da die Region wirklich sehr schön ist. Ich wünsche ich eine tolle Zeit auf eurem Roadtrip. Liebe Grüße, Mona

      Antworten

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Hi, ich bin Mona

Seit über drei Jahren selbstständige Brand- und Webdesignerin, Mentorin für angehende Designerinnen und seit Anfang 2022 auf Weltreise.

So schön, dass du mich auf meinen Abenteuern begleitest!